Das Risiko “Neues Wissen” wird unweigerlich zu tiefgreifenden Veränderungen führen. Gleichzeitig scheint der Druck von Außen durch Politik und Finanzierung so stark zu steigen, dass nur mit Veränderung reagiert werden kann. Ein “Weiter wie bisher” wird nur noch kurzfristig funktionieren und es bedarf eines großen Impulses “Neues Wissen”, um einen schweren Tanker “Wohlfahrtsverband” auf einen neuen Kurs zu bringen, von dem keiner wirklich weiß, wohin er führen wird und ob das Wasser tief genug ist.
Die Frage der 19. NPO-Blogparade lautet: “Wie kann die aktive Partizipation von bürgerschaftlich engagierten Menschen gestärkt werden?” Dazu ist es für die großen Wohlfahrtsverbände notwendig, Strategien zu entwickeln, die A-Engagierten zu erreichen, die ihr Engagement momentan über andere Wege und anderen Trägern zur Verfügung stellen. Die Methode des Modellings aus dem NLP könnte hier einen Ansatz bieten…
Wie kann man MitarbeiterInnen davon überzeugen, sich auf das Risiko neuen Wissens einzulassen und wie kann man eine Organisation gestalten, die den Raum für neues Wissen öffnet und fördert und so zu einer Kultur des konstruktiven Auseinandersetzens mit Wissen fördert?
Die “Nationale Engagementstrategie” der Bundesregierung, die Anfang Oktober verabschiedet wurde, will das Bürgerengagement stärken. Die Engagementstrategie bildet die Grundlage “für eine gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts. Ziel ist es, durch geeignete Rahmenbedingungen einen Nährboden zu schaffen, auf dem bürgerschaftliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an Motiven und Ausgestaltungsmöglichkeiten gedeihen kann”
Wie können die die großen Wohlfahrtsverbände auf diese Engagementsstrategie reagieren und welche Schritte sind notwendig, um sich weiter in Richtung sozialer Koproduktion zu öffnen?
Ohne Zweifel kann die Koproduktion zur Zukunftssicherung von Non-Profit-Organisationen beitragen. Der Kürzung von hauptamtlichen Stellen und der zunehmenden Steigerung der Arbeitsanforderungen kann nur mit einer Verteilung der Arbeit auf weitere Schultern begegnet werden. Daß diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfinden muss, ist unbestritten. Neben den Synergieeffekten, die sich zwangsläufig ergeben, werden auch die betriebsblinden Flecken der Sozialarbeit sichtbar werden – eine Chance zur Erneuerung der Sozialen Arbeit.

